Kirche St. Chrischona – Chrischona-Gründungsort

Spittlers Schulungsstätte

In der Kirche St. Chrischona schlug am 8. März 1840 die Geburtsstunde von Chrischona International. Christian Friedrich Spittler, der Sekretär der Basler Christentumsgesellschaft, gründete damals den evangelischen Verband unter dem Namen „Pilgermission St. Chrischona“. Sein Ziel war es, junge Handwerks- und Bauernburschen im Glauben zu schulen. Als Pilger sollten sie das Evangelium verkündigen. Bis heute befindet sich auf dem Gelände rund um die Chrischona-Kirche das Opens internal link in new windowTheologische Seminar St. Chrischona (tsc), die Ausbildungsstätte von Chrischona International.
1840 hatte die Kirche St. Chrischona schon eine 1200-jährige Geschichte: Bereits im 7. Jahrhundert wurde die Kirche auf dem höchsten Punkt des heutigen Kantons Basel-Stadt erbaut. Einen ersten wichtigen Höhepunkt erlebte sie als Wallfahrtsort im 16. Jahrhundert, als viele Gläubige zur Grabstätte der heiligen Chrischona pilgerten.

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte, erzählt über die Kirche St. Chrischona.

Geschändet, geplündert, verwahrlost

Im 30-jährigen Krieg jedoch ruinierten kaiserliche und schwedische Truppen die Chrischona-Kirche: Sie schändeten den Innenraum, zerschlugen die Kirchenfenster und schmolzen das Blei für Munition ein. In der Folgezeit verwahrloste das Gotteshaus immer mehr. Trauriger Höhepunkt: Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche als Stall genutzt. Wenn doch mal ein Gottesdienst gefeiert wurde, mussten die Besucher ihre eigenen Stühle auf den Berg schleppen.
Erst mit Spittler kam die Wende zum Besseren. Er renovierte die Kirche. Bis 1965 nutzte Opens internal link in new windowChrischona International seinen Gründungsort nur zur Miete. Jährlich fünf Franken zahlte Chrischona an die Stadt Basel. Zum 125-jährigen Chrischona-Jubiläum schenkte Basel die Kirche St. Chrischona schliesslich Chrischona International. Die einzigen Auflagen: Die Kirche sollte grundlegend erneuert werden und öffentlich zugänglich bleiben.
Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten ist die Chrischona-Kirche deshalb zum beliebten Ausflugsziel für Bettinger, Basler und Badener geworden – und zum Opens internal link in new windowErfüllungsort romantischer Träume. Immerhin gibt sich in den Sommermonaten fast jedes Wochenende ein Paar dort das Ja-Wort. Auch bei Musikliebhabern ist die Kirche St. Chrischona bekannt. Regelmässig finden Konzerte statt, etwa vom Verkehrsverein Bettingen oder dem Opens external link in new windowtsc-Chor.

Verfallene Chrischona-Kirche 1808
Ein trauriges Kapitel: Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die alte Wallfahrtskirche St. Chrischona als Stall genutzt.

Namensmythos: Von Christina zu „Chrischona“

Um die idyllisch gelegene Kirche St. Chrischona rankt sich manche Legende. Etwa, dass der Name „Chrischona“ auf die heilige Jungfrau Christina zurückgeht. Im Mittelalter lebte sie mit ihren Schwestern Ottilia und Margaretha und ihrem Bruder – einem finsteren Burgherrn – in der Nähe von Basel. Die drei Jungfrauen waren in Ritter verliebt, die mit dem Burgherrn auf Kriegsfuss standen. Als die drei Männer ihre Liebsten besuchten, liess er die Ritter gefangen nehmen und köpfen. Aus Protest zogen sich die Jungfrauen auf drei Hügel zurück, um dort als Einsiedlerinnen zu leben. Jede gründete ein Gotteshaus. Aus Christina wurde im Alemannischen „Chrischona“ – ihre Kirche hat bis heute überlebt.
Mehr Mythen gefällig? Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte auf St. Chrischona, enthüllt im Radio Life Channel einige Legenden um die Kirche St. Chrischona. Darin verrät er auch, ob es die heilige Chrischona wirklich gegeben hat. (Opens external link in new windowLink zum Radio-Beitrag)


Interesse geweckt? Besuchen Sie die Kirche St. Chrischona!

  • Tagsüber steht die Kirche St. Chrischona Besuchern offen. Ausnahme sind Gottesdienst- und Andachtzeiten. Da es sich um eine Kirche handelt, bittet Chrischona International alle Besucher, sich ruhig und respektvoll zu verhalten.
  • Der Kirchturm ist ebenfalls begehbar. Das Treppensteigen lohnt sich besonders: Vom höchsten Punkt im Kanton Basel-Stadt sehen Sie drei Länder. Bei guten Sichtverhältnissen geniessen Sie einen Rundblick zu den Vogesen, zum Schwarzwald sowie zum Jura und zu den Alpen.
  • Wenn Sie eine historisch-kulturelle Führung durch die Chrischona-Kirche erleben wollen, können Sie den Opens internal link in current windowBesucherdienst von Chrischona International nutzen. Weitere Chrischona-Anekdoten sind garantiert!
Kirche St. Chrischona im Herbst mit blauem Himmel
Die Kirche St. Chrischona vor dem blauen Herbsthimmel