FAQ: Chrischona erneuert sich

Antworten auf häufig gestellte Fragen


1. Fragen zur Erneuerung

1.1 Chrischona erneuert sich – wie sieht diese Erneuerung konkret aus?
Ab 1. Januar 2019 starten das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) und die Chrischona-Campus AG in eigenständigen Rechtsformen in die Zukunft. Die bisherige Verbandsarbeit von Chrischona International wird beendet. Neu wird ein «tsc-Netzwerk» rund um die Bildungsarbeit des tsc geknüpft. Diese Entscheidungen hat das Komitee (Mitgliederversammlung) von Chrischona International am 8. September 2018 getroffen. Konkret bedeutet das:
Zum einen hat das Komitee eine Statutenänderung des Vereins «Chrischona International» beschlossen. Der Verein heisst ab 2019 neu «Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc)» mit dem Zweck «Aus- und Weiterbildung von Theologinnen und Theologen unter Vermittlung von theologischen, sozialdiakonischen, pädagogischen und musikalischen Kenntnissen im Kontext eines interkulturellen Verständnisses».
Zum anderen beschloss das Komitee die Gründung der «Chrischona-Campus AG», in der die nicht steuerbefreiten Bereiche gebündelt sind, also: Immobilien auf St. Chrischona, Konferenzzentrum, Events und Gastronomie. Der Verein «tsc» hält 100 % der Anteile an der Chrischona-Campus AG.

1.2 Mit diesen Veränderungen geht Chrischona zurück zu den Wurzeln (back to the roots). Wie ist das gemeint?
Zurück zu den Wurzeln heisst: Mit der theologischen Ausbildung hat 1840 auf St. Chrischona alles begonnen. Die jetzigen Veränderungen setzen die Bildungsarbeit am tsc wieder exklusiv in den Fokus. Für die Weiterentwicklung des Chrischona-Campus bedeutet das: Die Bildungsarbeit hat Priorität. Und wie in den ersten Jahrzehnten der Pilgermission St. Chrischona die Arbeit auf St. Chrischona selbstständig war und durch viele Freunde und Unterstützer ermöglicht wurde, so ist es auch jetzt wieder.

1.3 Chrischona International wird als Dachverband nicht weiter existieren. Was tritt an seine Stelle?
Die Frage nach der künftigen Zusammenarbeit der bisherigen Chrischona-Verbandsmitglieder war ein kontrovers diskutiertes Thema in der Mitgliederversammlung. Insbesondere die Leitungskreise von Chrischona Schweiz und vom Chrischona Gemeinschaftswerks Deutschland hatten keine Überzeugung für die Weiterführung der bisherigen Verbandsarbeit. Sie waren früh der Überzeugung, dass die Zusammenarbeit in einer Art offenem Netzwerk zeitgemässer und verheissungsvoller sei. Zumal das Mass an Verbindlichkeit und die Zusammenarbeit im Chrischona-Verband schon immer sehr unterschiedlich war.
Deshalb schlug die Projektgruppe «Netzwerk» unter Leitung von Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) und Dr. Peter Gloor (Leiter Chrischona Schweiz) die Bildung eines «tsc-Netzwerks» vor, siehe die Fragen unter Punkt 2, das auch offen ist für neue Partner. Denn neben der gemeinsamen Geschichte ist es vor allem die Bildungsarbeit auf dem Chrischona-Campus, die die Verbandsmitglieder noch zusammenhält. In einem ersten Schritt haben das tsc, Chrischona Schweiz und CGW die künftige Zusammenarbeit in schriftlichen Vereinbarungen festgelegt. Im Bereich Weiterbildung arbeiten das tsc und Chrischona Schweiz bereits eng zusammen und entwickeln gemeinsam neue Weiterbildungsangebote für Pastoren.

1.4 Welche Auswirkungen haben die Veränderungen auf die einzelne Chrischona-Gemeinde vor Ort?
Keine. Denn die Chrischona-Gemeinden sind bereits seit 1997 selbständig in eigenen Ländervereinen organisiert. Chrischona Schweiz und das Chrischona Gemeinschaftswerk Deutschland (CGW) haben ihre Vereinsstatuten so angepasst, dass die Mitgliedschaft im Verband Chrischona International entfernt wurde. Gemeinden werden auf Dienstleistungen des Verbands verzichten müssen, von denen sie bisher profitiert haben (z. B. im Web- oder IT-Bereich). Die Veränderungen haben keine rechtlichen oder finanzielle Folgen für die Gemeinden. Die Ländervereine und auch alle anderen institutionellen Mitglieder des Verbandes haften nicht für den Verband Chrischona International, bzw. den Chrischona-Campus. Die Liegenschaften der Gemeinden gehören den Ländervereinen. Bei der Strukturreform 1997 wurden etwa alle Gemeinde-Liegenschaften in der Schweiz per Schenkungsbeschluss von der damaligen Pilgermission St. Chrischona dem Verein Chrischona Schweiz übertragen. Ändern wird sich aber hoffentlich auch nicht die geistliche und finanzielle Unterstützung der Gemeinden für das tsc, auf die es auch in Zukunft angewiesen ist.

1.5 Wie kam es eigentlich zu diesem Prozess der Neuausrichtung bei Chrischona International?
Im Dezember 2016 beriet die Mitgliederversammlung über die Finanzsituation und langfristige Ausrichtung von Chrischona International. Dabei wurde deutlich, dass sich die bestehenden Verbandsstrukturen nicht mehr bewähren und die Arbeit auf dem Chrischona-Campus nicht ausreichend tragen. Die Verbandsmitglieder entscheiden im Komitee zwar verantwortlich mit, aber Mitgliederbeiträge zur Finanzierung wurden nie vereinbart. Zudem richten sich einzelne Mitglieder in ihren Ländern neu aus, gingen neue Verbindungen mit anderen Gemeindeverbänden ein. So beauftragte das Komitee die Direktion von Chrischona International, Ideen und konkrete Massnahmen zur langfristigen Finanzierung bzw. Lösung der strukturellen Grundprobleme vorzuschlagen.
Im September 2017 traf die Mitgliederversammlung die Richtungsentscheidung, dass zum einen die strategischen Geschäftsfelder auf dem Chrischona-Campus rechtlich eigenständig arbeiten sollen – also die Bildungsarbeit am tsc sowie die Bewirtschaftung der Immobilien und des Konferenzzentrums. Dabei hat die Bildungsarbeit Vorrang, die Gesamtentwicklung des Chrischona-Campus richtet sich nach ihr aus. Zum anderen wurde festgelegt, dass die künftige Zusammenarbeit in der grossen Chrischona-Familie netzwerkartig und projektbezogen erfolgen kann. Mit diesen Entscheidungen verknüpft war die Vorgabe, zu einem gesunden Finanzhaushalt zu gelangen. Damit dieses Ziel erreicht wird, braucht es neben den stukturellen Veränderungen weitere Anstrengungen und Unterstützung.


2. Fragen zum tsc-Netzwerk

2.1 Wie stehen die bisherigen Chrischona-Verbandsmitglieder künftig zum tsc?
Die gemeinsame Geschichte und der Auftrag, Menschen für den Dienst im Reich Gottes auszubilden, verbinden uns nach wie vor. Die künftige konkrete partnerschaftliche Zusammenarbeit geschieht nicht mehr unter dem Dach eines Verbandes, sondern im Rahmen einer Partnerschaft im «tsc-Netzwerk».
Chrischona Schweiz und das Chrischona Gemeinschaftswerk Deutschland (CGW) bleiben wichtige Netzwerkpartner des tsc. Die drei Partner haben unter anderem bereits vereinbart, in 2019 gemeinsam die Nachfolgekonferenz der bisherigen SSK bzw. Konferenz «geistlich.emotional.reifen.» zu organisieren.
Der französische Chrischonazweig «Vision-France» hat mit dem Gemeindeverband «France Mission» fusioniert. Der neue Verband nennt sich «Perspectives» und wird im Freundeskreis dem tsc verbunden bleiben.
Mit den anderen bisherigen Chrischona-Verbandsmitgliedern laufen noch Gespräche über eine mögliche Partnerschaft im tsc-Netzwerk.

2.2 Was ist das neue tsc-Netzwerk?
Das tsc-Netzwerk versteht sich als evangelische Lern- und Ausbildungsgemeinschaft. Sie weitet den Horizont im Blick auf Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern in Kirchen, Werken, Gemeinden und Mission. Es trägt das tsc als Bildungsinstitution mit – geistlich, finanziell, akademisch, theologisch, in seiner Bekanntheit – und fördert den Austausch zwischen den Partnern. Aktivitäten des tsc-Netzwerk sind projektbezogen.
Chrischona Schweiz und das Chrischona Gemeinschaftswerk Deutschland sind als Gemeindeverbände bereits Partner im tsc-Netzwerk. Viele weitere Partner sollen hinzukommen – insbesondere können auch einzelne Gemeinden direkte Netzwerkpartner werden.

2.3 Was sind die Vorteile des tsc-Netzwerks?
Die Flexibilität ist im Vergleich zur bisherigen Verbandsstruktur grösser, was der Dynamik von Projekten zugutekommen kann. Es wird einfacher möglich, zusätzlich interessierte Verbände, Werke, Bildungsinstitutionen als Träger für einzelne gemeinsame Projekte zu gewinnen (z. B. Veranstaltungen, Bildungsinitiativen).

2.4 Wie geht es weiter mit den bisherigen Verbandsveranstaltungen und Konferenzen?
Einige Veranstaltungen wird es weiterhin geben, teilweise verändert und unter neuer Trägerschaft:

  • Chrischona-Sonntag wird zum Öffnet externen Link in neuem Fenstertsc-Sonntag (Termine im März 2019)
  • Chrischona-Seniorentag wird zum tsc-Seniorentag (7. Mai 2019),
  • Bisherige Aussendungsfeier ist jetzt das Öffnet externen Link in neuem Fenstertsc-Jahresfest (23. Juni 2019)

Für die Strategie- und Schulungs-Konferenz (SSK) wird mit den Partnern im neu entstehenden tsc-Netzwerk ein Nachfolgeformat entwickelt.
Bereits in diesem Jahr gab es neue Veranstaltungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen. Solche und ähnliche Angebote wird es auch in Zukunft geben.


3. Fragen zur Finanzierung

3.1 Wenn Chrischona International als Verband nicht mehr existiert: Wer trägt dann noch die wichtige Arbeit des Theologischen Seminars St. Chrischona?
Viele Spender, Darlehensgeber, Freunde und Partner tragen das tsc. Und über allem wacht Gott. Das war schon seit Gründung der Pilgermission St. Chrischona so – und darauf bauen wir auch künftig. Das tsc braucht weiterhin Spender, Freunde und Partner, die es unterstützen und mit ihm in die theologische Aus- und Weiterbildung vieler Menschen investieren.

3.2 Sind Spenden an das Theologische Seminar St. Chrischona weiterhin steuerbefreit?
Ja. Die Steuerbehörde des Kantons Basel-Stadt hat die Gemeinnützigkeit des Vereins «Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc)» anerkannt.

3.3 Wieviel Spenden braucht es, damit die Bildungsarbeit am tsc gesichert ist?
Wenn die Spendeneingänge auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten Jahre bleiben (um die 3 Millionen Schweizer Franken), reichen sie für die Finanzierung der Bildungsarbeit des tsc. Allerdings muss der Übergang von der bisherigen in die neue Struktur erst noch bewältigt werden – das wird noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen und zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen benötigen. Herzlichen Dank an alle, die dazu beitragen.

3.4 Hat Chrischona International Schulden?
Der Verein Chrischona International hat aktuell keine Bankschulden. Verbindlichkeiten gibt es in Form von zinslosen Darlehen, die Freunde und Gemeinden Chrischona zur Verfügung gestellt haben. Diese Darlehensgeber werden darüber informiert, dass der Verein einen neuen Namen und einen fokussierten Zweck hat. Auch für den Verein «tsc» werden zinslose Darlehen weiterhin sehr wichtig sein.

3.5 Was wurde getan, um Kosten einzusparen?
Herausfordernde Monate liegen hinter den Mitarbeitern auf dem Chrischona-Campus. Sparen war angesagt bei Chrischona International und dem Theologischen Seminar St. Chrischona. So wurden beispielsweise Stellen gestrichen und die Verbandszeitschrift «Chrischona-Panorama» eingestellt. Die Sparmassnahmen zeigten erste Wirkungen, wie das Jahresergebnis 2017 beweist (siehe Öffnet internen Link im aktuellen FensterJahresbericht).

3.6 Sind das tsc und der Chrischona-Campus nun auf dem Weg zu einem gesunden Finanzhaushalt?
Wenn die finanzielle Unterstützung für das tsc nicht nachlässt, kann es nach wie vor seinen Auftrag erfüllen. Die steigenden Studentenzahlen zeigen: Die theologische Aus- und Weiterbildung am tsc ist gefragt. Die Studienreform der letzten Jahre, die Entwicklung neuer und innovativer Studienangebote sind mitverantwortlich für das Wachstum.
Für den Betrieb der vielen verschiedenen Gebäude, für das Konferenzzentrum und die Gastronomie auf dem Chrischona-Campus besteht noch die Herausforderung, zukunftsfähige Strategien zu entwickeln, die einen kostendeckenden Betrieb ermöglichen. Entsprechende Projektegruppen wurden bereits eingesetzt und sind an der Arbeit.


4. Fragen zum Direktor

4.1 Gibt es künftig noch einen Direktor?
Nein. Der Direktor ist der operative Leiter von Chrischona International, dem Dachverband aller institutionellen Chrischona-Mitglieder. Mit der Beendigung der Verbandsarbeit fällt auch die Funktion des Direktors weg.

4.2 Was macht René Winkler nach seiner Zeit als Direktor?
René Winkler wird von Mitte November 2018 bis Ende Februar 2019 ein Sabbatical (Auszeit) machen und ab März 2019 in neuer Funktion für das Theologische Seminar St. Chrischona tätig sein. Seine neue Aufgabe wird drei Schwerpunkte haben: Alumni-Arbeit, Vernetzung und Weiterbildung. Strategische oder operative Leitungsverantwortung wird diese Aufgabe nicht mehr beinhalten.


Pressemitteilung


Weitere Fragen?

Falls sie weitere Fragen zur Erneuerung von Chrischona haben, wenden Sie sich bitte per E-Mail an die Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailKommunikation des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc).