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An der Quelle der Pioniere

Besucher aus den USA bestaunen Chrischona als Sendungsort für die Nordamerika-Mission


Die alte Buche neben der Orangerie steht seit über hundert Jahren auf St. Chrischona.

Die Buche bei der Orangerie hat schon die Chrischona-Pioniere nach Nordamerika ziehen sehen und ist bis heute ein Lieblingsplatz der tsc-Studenten.

Nancy und John V. Griffith besichtigen das Brüderhaus mit dem Chrischona-Besucherdienst.

Auf der Suche nach Spuren des Urgrossvaters - Nancy und John Griffith im Chrischona-Brüderhaus.

Beetli Hirs, Dorothy und Roger Greenwood Mark in der historischen Ausstellung der Chrischona International

Beetli Hirs und das Ehepaar Mark staunen in der historischen Ausstellung der Chrischona International über die Segensgeschichte des christlichen Werks.

Nancy Griffith ist auf familiärer Spurensuche. Zusammen mit ihrem Mann John besucht sie St. Chrischona – den Ort, an dem ihr Urgrossvater Philipp Friedrich Zizelmann 1851 nach Texas ausgesendet wurde. Die heute fast vergessene Erfolgsgeschichte der 360 Nordamerika-Pioniere des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) fasziniert Chrischona-Besucher aus den USA.

Spittlers Versprechen

Missernten, religiöse Diskriminierung und die Niederschlagung der Revolution von 1848 führten in den 1850er Jahren zu einer grossen Auswanderungswelle aus den deutschsprachigen Ländern. Hunderttausende machten sich auf den Weg nach Amerika. Viele litten unter Krankheiten, Start- und Sprachschwierigkeiten. Chrischona-Gründer Opens internal link in new windowChristian Friedrich Spittler versprach Unterstützung: „Die Chrischona International ist bereit, etwas für die vielen Protestanten in Amerika zu tun, die in so bedenklicher Not sich befinden, und sie hofft, unter dem Beistand Gottes denselben womöglich jedes Jahr eine kleine Zahl geeigneter Katecheten zuzusenden.“

Chrischona-Pioniere, Aufbauhelfer der Gemeinde Jesu in den USA

In mehreren Jahrzehnten schwoll die Zahl der Chrischona-Prediger auf 360 tsc-Absolventen an, die in Nordamerika Pionierarbeit für den Gemeindebau leisteten. Chrischona-Bruder Ebinger schrieb darüber: „Ich habe Leute vor mir, mit denen man laut und deutlich sprechen muss in Beziehung auf ihr ewiges Heil und ihre Seligkeit. Deshalb ziele ich in meinen Predigten direkt auf das Herz.“ Mit dieser Taktik hatte nicht nur er Erfolg. Die Chrischona-Missionare gründeten Gemeinden, lehrten Choräle, tauften Neubekehrte und leisteten Aufbauarbeit für die Gemeinde Jesu in den USA. Die Aussendungen endeten erst, als Ende des 19. Jahrhunderts mehr Prediger in Amerika selbst ausgebildet wurden.

Auch Nancy Griffiths Urgrossvater hatte seinen Anteil an der Erfolgsgeschichte. In Texas gründete er die Opens external link in new windowlutherischen Kirchen von Fredericksburg und San Antonio. Nancy und ihr Mann John erfuhren auf einer Führung des Chrischona-Besucherdienstes mehr über die Hintergründe seiner Geschichte. „Wir waren hocherfreut, von der grossen Mission Chrischonas zu erfahren. Wunderbar, dass am tsc weiterhin Nachfolger Jesu für ihren Dienst in der Welt vorbereitet werden“, erklärte der begeisterte John Griffith.

tsc-Erfolgsgeheimnis fasziniert Harvard-Professor

Fast zeitgleich kamen Dorothy und Roger Mark aus den USA zu Besuch nach St. Chrischona. Der Opens external link in new windowHarvard-Professor in Gesundheitswissenschaften, Technologie, Elektrotechnik und Informatik war ebenfalls fasziniert von der tsc-Geschichte. „Ich war besonders beeindruckt, dass auf Chrischona viele Studenten aus verschiedenen christlichen Traditionen und Konfessionen vertreten sind. Durch die Gemeinschaft erweitern sie ihre Weltanschauung und lernen, die wichtigen von den weniger wichtigen Aufgaben in unserem Glauben zu differenzieren sowie verschiedene Arten der Bibelauslegung zu respektieren“, erklärte Roger Mark. Sowohl die Opens external link in new windowhochwertige theologische Ausbildung als auch die Opens external link in new windowgute geistliche Gemeinschaft sind Markenzeichen des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) geblieben. Ein wichtiges Erfolgsgeheimnis – für die Chrischona-Pioniere in Nordamerika und die heutigen tsc-Absolventen.

Weiterführende Literatur zum Thema:
Krampf, Gerhard J.: Opens external link in new windowBriefe aus der Neuen Welt 1845-1950. Auf den Spuren der Chrischonabrüder in Nord Amerika, arteMedia, Riehen / Basel 2005, 216 Seiten.