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Auf Vaters Spuren

Drei Brüder besuchten die Ausbildungsstätte ihres Vaters auf St. Chrischona


Reinhard, Paul und Fritz Rapp mit einem alten tsc-Absolventen-Album im Chrischona-Museum

Reinhard, Paul und Fritz Rapp (von links) haben ihren Vater Wilhelm Rapp auf St. Chrischona gefunden - in einem alten Absolventen-Album des Theologischen Seminars.

Reinhard, Paul und Fritz Rapp trinken in der historischen Chrischona-Ausstellung Tee wie in alten Zeiten.

Brüder-Tee in der historischen Chrischona-Ausstellung

Chrischona – dieses Wort weckt im 80-jährigen Reinhard Rapp zwiespältige Erinnerungen. Er sieht sich als „geistiger Erbe“ seines Vaters Wilhelm Rapp (1896–1971) – einem „Prediger mit Leib und Seele“ und Absolventen des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Dessen leidvolle Erfahrungen mit Chrischona-Absolventen in einem Gemeinschaftsverband prägen Reinhard Rapp bis heute. Trotzdem hat er St. Chrischona besucht und sagt: „Ich bin nach wie vor Chrischona-Christ“.

Familiensache Chrischona

Wilhelm Rapp kam 1920 nach St. Chrischona, kurz nach dem Ende des 1. Weltkrieges. Der erste Rapp auf St. Chrischona war er jedoch nicht – schon sein Onkel Adam Rapp absolvierte die Opens external link in new windowtheologische Ausbildung 1909 und war später tsc-Dozent. Spätestens mit der Patenschaft von Chrischona-Bruder Paul Müller für Wilhelm Rapps Sohn Paul wurde Chrischona endgültig zur Rappschen Familiensache.
Das erklärt, warum Reinhard Rapp von einigen Chrischona-Absolventen bis heute enttäuscht ist. Sie hätten seinem Vater Wilhelm als Dienstverantwortliche in einem deutschen Gemeinschaftsverband Steine in den Weg gelegt. Zwischen Verbandsführung und dem Prediger Wilhelm Rapp sei es zu Querelen, Meinungsverschiedenheiten und schliesslich zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses gekommen.

Interesse am Studienort des Vaters

Dennoch hingen in der Rappschen Stube über Jahrzehnte hinweg zwei alte Gemälde von St. Chrischona. Der Wunsch, den Studienort des Vaters zu besuchen, wurde in der Familie Rapp schliesslich lauter. „Ich will unbedingt mal nach Chrischona“, hörte Reinhard Rapp seinen älteren Bruder Paul sagen. So kamen die drei Rapp-Brüder Fritz, Paul und Reinhard im Juli 2013 nach St. Chrischona.
Bei einer Opens internal link in new windowFührung des Besucherdienstes wandelten sie auf den Spuren ihrer Verwandten. Es wurde ein positives Erlebnis: Die Gebrüder Rapp fanden die Familienangehörigen auf alten Abschluss-Bildern wieder und genossen die Besichtigung der Ausstellung im Dachboden der Chrischona-Kirche. „Es ist schon eindrücklich, was sich im Laufe der Jahrhunderte auf St. Chrischona entwickelt hat“, staunte Reinhard Rapp aufgrund der Chrischona-Geschichte und zog eine versöhnliche Bilanz: „Wir waren gerne und aus Überzeugung hier!“