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03.02.2015 19:23 Alter: 5 yrs
Kategorie: Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc)
Von: Markus Dörr

Das Fresh X-periment

Ermutigende Studientage zu „Fresh Expressions of Church“ am Theologischen Seminar St. Chrischona


Teilnehmer der Fresh X-Studientage 2015 im Gespräch

Wie lässt sich Fresh X vor Ort starten? Die Impulse der tsc-Studientage sorgen bei den Teilnehmern für viel Gesprächsstoff.

Dr. Michael Moynagh am Theologischen Seminar St. Chrischona

Kundig und gut verständlich erklärt Dr. Michael Moynagh am Theologischen Seminar St. Chrischona die Theologie und die Praxis von Fresh X.

Daniel Fellner stellt am Theologischen Seminar St. Chrischona seine Fresh X-Initiative „Chrischona Interkulturell“ vor.

Chrischona Interkulturell: Daniel Fellner lebt als Christ im Längiquartier in Pratteln BL. Sein Fresh X-Projekt hat gerade erst angefangen.

Christliche Kirchen in Europa erreichen immer weniger Menschen. Wie lässt sich dieser Trend stoppen? Aus Grossbritannien kommt eine neue Idee, Kirche zu denken: „Fresh Expressions of Church“ – kurz: Fresh X. Der Oxforder Theologe Dr. Michael Moynagh hat sie bei Studientagen am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) rund 150 Teilnehmern vorgestellt und Mut gemacht, ein eigenes Fresh X-periment zu wagen.

Fresh X? ganz einfach!

„Fresh X kann jeder: Starte mit einem anderen Christen und dem, was ihr könnt. Fragt euch, wen ihr erreichen wollt, hört zu und dient den Menschen. Vor allem: Betet viel und vertraut auf den Heiligen Geist“, erklärt Dr. Moynagh die ganze Fresh X-Idee. So einfach es klingt, so locker nimmt es auch Opens external link in new windowDr. Moynagh, der die Fresh X-Bewegung begleitet und theologisch erforscht. „Nur Mut: Jeder Schritt auf diesem Weg ist ein Experiment“, schildert er seine Erfahrungen.

Vier Fresh X-Merkmale

Die Teilnehmer der Studientage waren Pastoren, Gemeindeleiter und Theologiestudenten aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Sie wollten genau wissen, was Fresh X überhaupt bedeutet und wie nachhaltig es ist.
Kundig führte Dr. Moynagh vier charakteristische Merkmale einer Fresh X aus. Erstens richte sie sich an Menschen ausserhalb der etablierten Kirchen, sei also „missional“. Zweitens entstehe sie aus der Lebenswirklichkeit der Menschen – aus deren Kontext. Drittens sei Fresh X Charakter bildend, weil dabei die neuen von den älteren Christen lernen. In der Gemeinschaft miteinander und mit dem Heiligen Geist würden sie als Christen reifen. Schliesslich sei Fresh X auch kirchlich. Bei Fresh X entstünden neue, ungewohnte kirchliche Strukturen, die nicht wieder einer bestehenden Kirche aufgehen.

Erfolgsgeschichte Fresh X

In Grossbritannien ist Fresh X eine Erfolgsgeschichte. So gibt es im Jahr 2015 rund 3500 Fresh X-Initiativen. 40 Prozent der Menschen, die dort hingehen, hatten keinen Kontakt zu einer Kirche und weitere 35 Prozent hatten den Kontakt zur Kirche verloren. Das motiviert auch Fresh X-Gründer bei Chrischona. Daniel Fellner etwa, der 2014 im Migranten-Quartier Längi in Pratteln eine Opens external link in new windowinterkulturelle Arbeit begonnen hat. Ihm ist an der Tagung wieder neu wichtig geworden, wirklich auf den Kontext der Menschen einzugehen, die er erreichen will.

Ein Bier im Kneipengottesdienst geniessen

Auch im Chrischona Gemeinschaftswerk Deutschland gibt es ein erstes Fresh X-Projekt: „Church goes Pub“ in Rotenburg an der Fulda. Mitglieder der Freien evangelischen Chrischona-Gemeinde Braach veranstalten gemeinsam mit anderen Christen Gottesdienste in einer Gaststätte. „Church goes Pub ist für Menschen, denen Sonntagmorgen zu früh, Kirchenbänke zu hart und Predigten zu theoretisch sind“, steht auf ihrer Internetseite Opens external link in new windowchurchgoespub.de. Im Kneipengottesdienst können die Besucher bei einem Bier eine Lebensgeschichte hören, moderne Lieder singen und Fragen stellen.

Frische Kirchen braucht das Land!

Ein weiteres interessantes Beispiel für eine Fresh X-Initiative gibt Arnaud Schrodi. Unterstützt vom französischen Chrischona-Gemeindeverband „Vision-France“ baut er in Straßburg ein Café auf. Dort will er den Kunden als Christ begegnen. „Christliches Café werden wir uns nicht nennen, sondern wir wollen Christsein leben“, sagt der junge Gemeindebauer. Sein Opens external link in new windowFresh X-periment im Café startet im April. Vielleicht werden ihm bald andere folgen, die von Dr. Moynagh ermutigt worden sind. Eines steht nach den Studientagen jedenfalls fest: Frische Kirchen braucht das Land!

Die Mitschnitte von den Fresh X-Studientagen mit Dr. Michael Moynagh können Sie online anhören und herunterladen: Opens external link in new windowwww.soundcloud.com/chrischona