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Warum ein Steinway-Flügel in den Himmel kommt

Franz Mohr und die grossen Pianisten


Franz Mohr erzählt im Chrischona-Campus | Konferenzzentrum Basel von seinem Leben und Arbeiten mit berühmten Pianisten des 20. Jahrhunderts.

Franz Mohr hat berühmte Pianisten ganz persönlich erlebt – und beeindruckte sie mit seinem grossen Glauben.

Was haben Glenn Gould, Artur Rubinstein und Vladimir Horowitz gemeinsam? Alle drei waren berühmte Konzertpianisten des 20. Jahrhunderts – und sie hatten denselben Klaviertechniker: Franz Mohr. Im Konferenzzentrum auf dem Chrischona-Campus erzählte er, wie er dazu kam, vor Horowitz´ Konzerten öffentlich zu beten und warum ein Steinway-Flügel in den Himmel kommt.

Karriere eines verhinderten Musikers

Opens external link in new windowFranz Mohr wollte eigentlich selbst Musiker werden. Er studierte Geige, später Bratsche. Aber eine wiederkehrende Sehnenscheidenentzündung beendete seine Träume. Schmerzvoll erkannte er: „Ich kann kein ausübender Musiker sein, ich muss etwas anderes machen.“ Der verhinderte Musiker begann eine Lehre als Klavierbauer, was der Start zu einer steilen Karriere wurde. In nur 1,5 statt drei Jahren wurde er Meister für Konzerttechnik. Schliesslich arbeitete er bei dem Unternehmen, mit dem er sein Leben lang verbunden sein würde: Steinway & Sons.

Persönlicher Kontakt zu den grossen Pianisten

In dieser Tätigkeit hatte er schnell Kontakt zu den grossen Pianisten. Er lernte sie ganz persönlich kennen, erlebte sie hinter der Bühne. Franz Mohr berichtete dem andächtig lauschenden Publikum, dass es Pianisten gab, denen die Klaviertasten nicht sauber genug sein konnten. Andere wollte sie möglichst griffig haben. Der berühmte Opens external link in new windowVladimir Horowitz liess Franz Mohr einst während eines Konzertes seinen Klavierhocker neu justieren.

Franz Mohr und Vladimir Horowitz

Überhaupt: Horowitz. Der Pianist vertraute Franz Mohr so sehr, dass er Opens external link in new windowkein Konzert mehr ohne ihn gab. „Wenn der Flügel nicht recht ist, sage ich ab“, soll Horowitz gesagt haben. Die Beziehung zwischen Pianist und Klaviertechniker wurde persönlich. So lud Franz Mohr eines Tages Vladimir Horowitz und seine Frau Wanda zum Essen ein. Dort sprach der gläubige Klavierbauer vor dem Essen ein eindrückliches Gebet. Auf den Juden Horowitz machte es so viel Eindruck, dass er Franz Mohr bat, vor seinem nächsten Konzert in Japan öffentlich zu beten. Das wurde schnell zu einem Markenzeichen. „Ich bin bekannt dafür, dass ich bete“, erklärte Franz Mohr auf St. Chrischona.

„Musik ist so etwas Wunderbares“

Wer den Klaviertechniker live erlebt, merkt schnell, was auch die Pianisten erkannten. Franz Mohr hat eine positive Ausstrahlung, er ist freundlich, bescheiden und mit einer grossen Geduld gesegnet. Seine Leidenschaft gilt dem Glauben und der Musik. „Musik ist so etwas Wunderbares, sie hat ihren Ursprung in Gott“, so Franz Mohr. Und daher wird es laut Franz Mohr auch ein Steinway-Flügel sein, der in den Himmel kommt. Nämlich dann, wenn die Engel auf Vladimir Horowitz treffen und sich sagen: „Schnell: Horowitz kommt: Steckt Eure Harfen weg, bringt den Steinway raus!“

Franz Mohr und Beat Rink von Crescendo International haben mehrere Bücher geschrieben, die im `fontis-Verlag erschienen sind. Zum Beispiel „Am Anschlag der grossen Maestros“ oder „Mich umgibt ein grosser Klang“. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des Verlags: Opens external link in new windowwww.fontis-verlag.com