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12.10.2012 18:25 Alter: 6 yrs
Kategorie: Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc)
Von: Matthias Mockler

„Der beste Kollege, den ich je hatte!“

Klaus Bockmühl in memoriam


In Erinnerung an Klaus Bockmühl traf sich seine Witwe Elisabeth mit Dozenten an alter Wirkungsstätte: dem Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc).

In memoriam Klaus Bockmühl: Alte Freunde, Weggefährten und Verwandte dachten an den bedeutetenden evangelikalen Theologen zurück.

Die Witwe Elisabeth Bockmühl erinnert an ihren Mann Klaus Bockmühl.

„Klaus wusste um den Segen, der auf der Begegnung mit Gott am frühen Morgen liegt“, erinnerte sich Elisabeth Bockmühl.

Es war eine ungewöhnliche Geburtstagsrunde, die sich 2011 in einem Seminarraum des Regent College in Vancouver versammelte. Die Gäste waren da, es gab Tee und Torte sowie stimmungsvolle Klaviermusik – doch das Geburtstagskind fehlte: Opens external link in new windowKlaus Bockmühl.

Rund 30 Dozenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Stipendiaten waren gekommen, um 22 Jahre nach seinem Tod den 80. Geburtstag Bockmühls zu feiern. Der über evangelikale Kreise hinaus bekannte Theologe hatte die letzten zwölf Jahre seines Lebens als Professor für Theologie und Ethik am Regent College gelehrt. Die Feier zeichneten die Geburtstagsgäste für seine Witwe Elisabeth auf, den Frau Bockmühl nun im Rahmen eines Dozenten-Nachmittags auf St. Chrischona zeigte. Klaus Bockmühls Leben und Werk wurde auf diese Art wieder neu lebendig.

Bockmühls Bibliothekstraum wird Wirklichkeit

Das Ehepaar Bockmühl lehrte mehrere Jahre am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) und ging dann nach Kanada: „Als wir nach der Zeit auf St. Chrischona in den späten 1970er Jahren nach Vancouver kamen, war das Regent College noch ganz klein“, erinnert sich Elisabeth Bockmühl. Zusammen mit Ehemann Klaus habe sie erlebt, wie die Studieneinrichtung in den folgenden Jahren immer grösser wurde.
Das Regent College besitzt heute eine der grössten christlichen Bibliotheken Nordamerikas, gebaut unter einem Vorplatz der Universität von British Columbia. Inzwischen lagern über 200'000 Bücher unterirdisch. Die Idee einer eigenen Bibliothek hatte bereits Klaus Bockmühl. Im Video erinnert sich Weggefährte James I. Packer: „Er hat mir gesagt: Lass uns eine eigene Bibliothek errichten und nicht an einem fremden Projekt mitarbeiten.“ Für ihn sei Bockmühl der beste Kollege, den er je gehabt habe.

Vergebung für schlechte Gedanken

Im Film erzählen die Dozenten Elisabeth Bockmühl Geschichten und Anekdoten, die sie mit ihrem Mann verbinden. Paul Stevens lobt seine Bescheidenheit und bewundert seine Demut: „Ich werde nie vergessen, wie er einmal zu mir kam und mir beichtete, dass er schlechte Gedanken über mich gehabt habe. Er bat mich um Vergebung. Wer von uns anderen Dozenten hätte so etwas gemacht?“
Nach der Filmvorführung erinnern sich auch Elisabeth Bockmühl und die tsc-Dozenten an das Wirken Klaus Bockmühls. Einer möchte von der Witwe wissen, was es mit seinem Stille-Zeit-Buch auf sich gehabt habe. Sie erzählt, wie ihr Mann jeden Morgen um fünf Uhr aufgestanden sei, um Gott in der Stille zu begegnen. „Klaus wusste um den Segen, der auf der Begegnung mit Gott am frühen Morgen liegt“, sagt Elisabeth Bockmühl.

Sucht die Gegenwart Gottes!

Nach seiner Bibellektüre habe er sich immer Gedanken zum Text in sein Tagebuch geschrieben und daraus zu Beginn seines Unterrichts vorgelesen. Dabei sei es ihm vor allem darum gegangen, dass Menschen die Gegenwart Gottes suchten und auf seine Stimme hörten.
Dieses Anliegen hat Bockmühl in einem seiner bekanntesten Bücher deutlich gemacht, dessen Titel lautet: „Leben mit dem Gott, der redet“. Vielleicht entdecken auch Sie bei der Lektüre oder in der Erinnerung an Klaus Bockmühl Gottes Gegenwart?