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11.05.2016 11:38 Alter: 3 yrs
Kategorie: Chrischona International
Von: Markus Dörr

Die Mangalwadische Wende

Chrischona-Seniorentag 2016


Vishal Mangalwadi am Chrischona-Seniorentag 2016

Vishal Mangalwadi: „Bach oder Michelangelo kann man nicht verstehen, wenn man die Bibel nicht kennt.“

Voll belegter Konferenzsaal beim Chrischona-Seniorentag 2016

Voll belegt: Rund 730 Teilnehmer kamen zum Seniorentag 2016 in das Konferenzzentrum auf dem Chrischona-Campus.

Der Westen ist in der Krise. Und vieles deutet darauf hin, dass es mit der westlichen Zivilisation den Bach ab geht. Diese düsteren Thesen begründete Vishal Mangalwadi am Chrischona-Seniorentag 2016 vor 730 Teilnehmern. Doch er zeigte einen Ausweg: Jeder könnte etwas dafür tun, dass der Westen seine Seele wiederentdecke – die Bibel.

Vishal Mangalwadi ist Professor für Praktische Theologie an der Universität von Allahabad (Indien). Vielen Seniorentags-Teilnehmern ist er durch das Opens external link in new window„Buch der Mitte“ bekannt, das 2014 im Fontis-Verlag erschienen ist. Darin arbeitet er die Bedeutung der Bibel als Herzstück der westlichen Kultur heraus. „Selten habe ich ein so dickes Buch so schnell gelesen. Daher komme ich gerne zum Seniorentag auf Chrischona, um den Autor live zu hören“, erklärte ein Teilnehmer aus der Ostschweiz.

Warum der Westen untergeht

Wer Opens external link in new windowVishal Mangalwadi noch nicht kannte, hing schon bald an seinen Lippen. Er überzeugte die Zuhörer mit der intellektuellen und rhetorischen Leistung, das diffuse Gefühl der Krise des Westens pointiert zu analysieren. Einen wesentlichen Grund für die Krise sieht Mangalwadi in der Ablehnung der Bibel. Seine Beispiele: An westlichen Universitäten würden keine Werte mehr vermittelt und die politischen Führer des Westens hätten keine Vorstellung mehr, wie eine gute Regierung aus biblischer Sicht aussehe. Mangalwadi sagte: „Bach oder Michelangelo kann man nicht verstehen, wenn man die Bibel nicht kennt. Indem der Westen die Bibel verwirft, pervertiert er seine eigene Geschichte.“

In den Pausen sorgten diese Thesen für reichlich Gesprächsstoff unter jüngeren und älteren Teilnehmern des Seniorentags. Angeregt unterhielten sie sich bei strahlendem Sonnenschein über das Gehörte. Manche waren begeistert, andere schockiert. „So krass hat mir das noch niemand erklärt. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, ob das wirklich so drastisch ist und was wir als Christen in dieser Situation tun können“, beschrieb ein Teilnehmer aus der Stadtmission Lausanne seinen Eindruck.

Wie sich die Krise zum Guten wendet

Wird der Westen seine Seele amputieren? Mangalwadi sieht in der Krise eine Chance: „Ihr könnt etwas tun“, rief er den Chrischona-Senioren zu. Christen sollten biblische Werte vermitteln und Gemeinden sollten zu Bildungszentren werden, in denen die Bibel studiert wird. „Eine neue Reformation ist möglich und notwendig“, ist der Theologe aus Indien überzeugt. Diese Mangalwadische Wende relativierte seine düsteren Thesen. „Das ist brilliant: Als Christen haben wir Hoffnung, daher könnte es sich auch für den Westen zum Guten wenden“, sagte Pastor Fritz Stalder aus der Chrischona-Gemeinde Schaffhausen.

Die Mitschnitte des Seniorentags 2016 mit Vishal Mangalwadi können Sie hier anhören: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.soundcloud.com/chrischona