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15.05.2017 17:44 Alter: 133 days
Kategorie: Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona
Von: Markus Dörr

Mütter im Glauben

92. Jahresfest des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona


DMH-Jahresfest 2017: Veeh-Harfen Ensemble

Das neue Veeh-Harfen Ensemble der Chrischona-Diakonissen setzt musikalische Akzente am DMH-Jahresfest 2017.

DMH-Jahresfest 2017: Ein Bild als Geschenk von Chrischona International

Direktor René Winkler und seine Frau Monika übergeben ein Bild von St. Chrischona als Geschenk an die Oberin des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona, Schwester Ursula Seebach.

Am Muttertag 2017 feierte das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona (DMH) auf Chrischona sein 92-jähriges Bestehen. Zudem ehrte es 16 Jubilarinnen für 920 Dienstjahre als Diakonisse. Neben den Zeugnissen dieser „Mütter im Glauben“ erstaunte die rund 350 Besucher der wache und in die Zukunft gerichtete Blick des DMH, das die Weichen für eine Zeit mit weniger Diakonissen stellt.

„Lebensübungsplatz“ Diakonissen-Mutterhaus

Die Chrischona-Diakonissen sind sehr dankbar für 92 Jahre Segensgeschichte des DMH. Beredtes Zeugnis davon legten die Jubilarinnen ab. Sie dankten Gott für seine Treue und Hilfe in guten und schweren Zeiten als Diakonisse. So berichtete Schwester Margarete Brandstaetter, wie Jesus ihr dabei half, dem Umzug ins Feierabendhaus in Lörrach zu bewältigen. Alle Jubilarinnen blickten zurück auf erfüllte Jahrzehnte im diakonischen Dienst für den Nächsten, zum Beispiel in der Kranken- und Altenpflege, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen oder im Gemeindedienst.
In der Festpredigt wurde deutlich, dass auch ein Diakonissen-Mutterhaus kein „abgeschottetes Biotop“ darstellt, aber ein „Lebensübungsplatz“ sein kann, wie Dr. Christoph Morgner erklärte, der ehemalige Präses des Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverbands. Ähnlich wie Menschen auf einen Verkehrsübungsplatz für den Strassenverkehr üben, könnten sie sich im Diakonissen-Mutterhaus in geschützter Gemeinschaft ausprobieren und Sicherheit finden für den Dienst am Nächsten.

„Das DMH soll nicht aufhören, zu existieren!“

Doch wie können die „Lebensübungsplätze“ des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona (DMH) für die Zukunft bewahrt werden, wenn es immer weniger Diakonissen gibt? Zu dem seit 1925 bestehenden Mutterhaus gehören derzeit 93 Diakonissen. Die meisten sind älter als 70. Zehn Schwestern sind noch im aktiven Dienst. Seit 20 Jahren ist keine Frau mehr als Diakonisse in das Mutterhaus eingetreten. Die Leitung des Mutterhauses hat als Antwort einen strukturellen Veränderungsprozess gestartet, den die Schwestern in ihrer Vollversammlung am 15. Mai mit grosser Mehrheit zustimmten. DMH-Geschäftsführer Joachim Rastert steckte die Eckpunkte für die Zukunft ab: „Das DMH soll nicht aufhören, zu existieren! Wir haben etwas weiterzugeben, wollen unser Zentrum stärken und uns öffnen für andere Formen von Gemeinschaft.“

Segensreiche Geschichte, segensreiche Zukunft?

Zukünftig soll es neben der Schwesternschaft einen Trägerkreis aus Freunden und Mitarbeitern geben, damit der Opens external link in new windowAuftrag „Diakonisch-Missionarisch-Handeln“ weiter erfüllt werden kann. Ebenso wird das DMH neue Räume für unterschiedliche Formen von Gemeinschaften anbieten. Der Theologische Leiter Pfarrer Friedhelm Geiß stellte dazu die Ergebnisse einer Projektgruppe vor. Ausserhalb der Schwesternschaft sollen verschiedene neue Gemeinschaften entstehen: eine Lebensgemeinschaft für Frauen, eine Weg-Gemeinschaft auf St. Chrischona, ein Kernteam als Lebensgemeinschaft zur Leitung des geplanten Mehrgenerationen-Wohnparks. Auch externe Gemeinschaften könnten sich dem Netzwerk des DMH anschliessen. Das DMH wird diese Gemeinschaften fördern und begleiten. Im deutschsprachigen Bereich sollen vielfältige, innovative neue Projekte entstehen unter dem Label: „Diakonisch-Missionarisch-Handeln“.
So wurde am DMH-Jahresfest 2017 nicht nur deutlich, wie segensreich seine Geschichte ist, sondern auch wie segensreich seine Zukunft werden könnte.